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Hansestadt

Hilferuf aus befreundeter Stadt in Guatemala löst in Rostock Spendenaktion aus

Einwohner Panajachels leiden seit Corona Hunger
Am Ufer des traumhaft schönen Atitlán Sees, dem Heiligen See der Maya, liegt die malerische Stadt Panajachel, seit 2018 durch eine Städtefreundschaft mit der Hanse- und Universitätsstadt Rostock verbunden. Die faszinierende Lage Panajachels in 1.500 Metern Höhe, direkt am See und umgeben von erloschenen Vulkankegeln, wirkte bis vor Kurzem wie ein Magnet auf tausende Touristen aus aller Welt.
Sie flanieren auf der Hauptstraße entlang der farbenfrohen Marktstände und zahlreichen Restaurants mit regionaler guatemaltekischer Küche. Aus den auch tagsüber geöffneten Bars schallt Musik. Die lateinamerikanischen Rhythmen vermischen sich mit dem internationalen Sprachgewirr an den Ständen mit original indigenem Kunsthandwerk, bunten handgewebten Stoffen, exotischen Früchten und Gemüsesorten, Schmuck aus Jade und moderner Ethno-Kleidung.
Alles was auf den Feldern der Kleinbauernfamilien in der Umgebung wächst, wird hier verkauft und sichert den Lebensunterhalt der Familien. Die traditionelle, farbenprächtige Kleidung der Händlerinnen, meist direkte Nachfahren der Maya, ist wunderschön und wird im Alltag ganz selbstverständlich getragen.
Eine Tasse des heimischen, edlen Arabica Hochland Kaffees lässt sich in einer der Café Bars am besten mit Blick auf die Kaffeeplantaten an den Hängen der gegenüberliegenden Vulkanberge Tolimán, Atitlán und San Pedro genießen. Die legendären Sonnenuntergänge am Atitlán See ziehen regelmäßig Einheimische und Touristen in ihren Bann.
Kurz vor Pandemiebeginn besuchten Rostocker Guatemala
Noch im Februar 2020, vor Beginn der Coronakrise in Guatemala, war eine Delegation aus Deutschland vor Ort. Vertreter der Hansestadt Rostock und des Freundeskreises Rostock-Panajachel besprachen mit den offiziellen Vertretern der Stadt im Rahmen einer Klimapatenschaft wesentliche Inhalte und Aufgabenstellungen. Es waren ereignisreiche Tage, in denen die herzliche Gastfreundschaft der Einwohner von Panajachel für unvergessliche Momente bei den Rostockern sorgte. Zuversichtlich und voller Hoffnung auf Verbesserung der Situation, hinsichtlich ökologischer Belange am Atitlán See, verabschiedete man sich mit dem Wissen eines baldigen Wiedersehens in Rostock.
Nur einen Monat später, im März 2020, wurde bedingt durch die Corona Pandemie, über ganz Guatemala und damit auch über diese Region, ein harter acht Monate währender Lockdown mit drastischen Ausgangssperren verhängt. Die lebendige, bunte Stadt verstummte schlagartig. Der Tourismus, Haupteinnahmequelle in der Stadt, brach völlig ein. Jeglicher Straßenhandel wurde verboten. Staatliche Corona-Hilfen gab und gibt es bis heute nicht in Guatemala.
Nahezu zeitgleich und mit beängstigendem Tempo wurde der Lockdown in vielen Familien der indigenen Bevölkerung zu einem bedrohlichen Kampf ums Überleben. Hungersnot und drohende Unterernährung wurden zur größeren Gefahr als das Coronavirus selbst.

Viele Familien könnten ohne Lebensmittelspenden nicht überleben
Das Schicksal von Señora Fermina, in der Stadt bekannt durch den Verkauf von selbstgemachten Tamales, ist nur ein Beispiel. Mit dem Verkauf dieser köstlichen regionalen Spezialität – Tamales sind kleine, in Maisblätter gewickelte Teigtaschen – verdiente sich die betagte Straßenhändlerin ihren Lebensunterhalt. Von einem Tag auf den anderen fiel diese einzige Einnahmequelle weg. Ohne Lebensmittel-Spenden könnte Señora Fermina seither nicht überleben.
Das örtliche Freundschaftskomitee CAIP wandte sich hilfesuchend an den Freundeskreis Rostock-Panajachel. Unter Mitwirkung von Internetr@dio WARNOW Rostock konnte der Freundeskreis mit einer schnell organisierten Spendenaktion Hilfe bringen. Vom gespendeten Geld wurden Lebensmittel in der Hauptstadt Guatemala City gekauft und in Panajachel durch ehrenamtliche Helfer und Helferinnen direkt an Bedürftige verteilt.
Diese Hilfsaktion, ausgelöst von Rostockern und anderen Spendern, ermöglichte, dass Leidtragende des landesweiten Lockdowns, wie Señora Fermina, überleben konnten. Aber auch Kinder, die durch den plötzlichen Pandemie-Tod eines Elternteils zu Halbwaisen geworden sind; Gewerbetreibende, die Ihre Arbeit durch die Schließung der Läden verloren haben und junge Menschen mit schweren Vorerkrankungen konnten ebenfalls mit den Lebensmittel-Spenden und vor allem dringend benötigten Medikamenten versorgt werden. Ihnen ist eines gemeinsam, sie besitzen keine finanziellen Reserven und leben unmittelbar von ihrer Arbeit. Sie alle hoffen im Vertrauen auf Gott auf ein baldiges Ende der Pandemie und eine Rückkehr der Touristen an den Atitlán-See.
Die bisherigen Spenden der Rostocker haben Leid und Hunger abmildern können. Es ist daher dringend notwendig, diese Menschen weiter zu unterstützen, denn sie haben momentan keine andere Hoffnung als die Wohltätigkeit anderer.
Carmen Hunt
Über die Autorin
Carmen Hunt ist Direktorin der Modellschule für frühkindliche Bildung für behinderte und nichtbehinderte Kinder in Panajachel/Guatemala und Vorsitzende von CAIP – Freundeskreis für ausländische Partnerschaften
Redaktionelle Bearbeitung Internetr@dio WARNOW Rostock – Sylvia Ederer
Übersetzung: Claudia + Christian Hirschmeier
Spendenkonto: Wer sich noch beteiligen möchte, kann dies nach wie vor sehr gerne tun. Selbstverständlich erhalten alle Spender auf Wunsch eine Quittung von Pro Arte e.V. zur Vorlage beim Finanzamt.
Empfänger: Pro Arte Künstlerakademie Organisationskonto
IBAN: DE03 3006 0601 0503 5245 82
Verwendungszweck: Lebensmittel- u. Sachspenden /Freundeskreis Rostock-Panajachel/Guatemala

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Fotos
1: © Simon Dannhauer
Rostocks befreundete Stadt Panajachel ist malerisch am Atitlan-See gelegen.
2: © Simon Dannhauer
Drei aktive Vulkane umgeben die 11.000 Einwohnerstadt.
3. frei
Senora Fermina und andere Guatemalteken profitieren von den Rostocker Spenden.
4. frei
Freiwillige Helfer wie Schulleiterin Carmen Hunt geben die vom Geld aus Deutschland gekauften Lebensmittel aus.

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